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Profil Politikwissenschaft I: Politische Theorie und European Politics

Gravierende Akzeptanzprobleme einzelner politischer Entscheidungen und eine geschwächte Legitimation des politischen Institutionensystems insgesamt prägen die gegenwärtigen Debatten in der Politik und in der Politikwissenschaft. Die transnationale und zum Teil geradezu globale Bedeutung auch nationalpolitischer Entwicklungen in Europa zeigt sich auf immer mehr Politikfeldern und in immer kürzeren Intervallen. Beispielhaft und medienwirksam sowohl in den Diskussionen um die inner-griechische Entwicklung wie in der europäischen Debatte um eine (inner-)deutschen Ausrichtung der der Finanzierungsstrategien in der Euro-Politik. Insgesamt erscheint es aber zur Zeit völlig offen, mit welcher inhaltlichen und welcher institutionellen Strategie sowohl die Nationalstaaten und auch die Europäische Union auf diesen Wandel reagieren wollen und können.

Innenpolitisch dominieren Diskussionen um vermehrte Partizipation und erhöhte Transparenz in politischen Entscheidungen die Entwicklungen in den Kommunen, den Bundesländern und für die Gesamtrepublik. Und auch die Entwicklung der „Piraten“ im deutschen Parteiensystem lässt sich als Teil dieser Entwicklung verstehen. Traditionelle Modelle bürgerschaftlicher Politik sowie deren Neu- und Fortentwicklung sind wesentlicher Gegenstand der Forschung und der Evaluation.

Europapolitisch stellt sich systematisch und theoretisch die Frage nach der Möglichkeit verstärkter Bürgerbeteiligung und Direkter Demokratie. Analytisch steht die entgegengesetzte Entwicklung zu einer vermehrten Einsetzung von europafreundlichen „Experten“regierungen in den Nationalstaaten und einer exekutiv ausgerichteten Neuordnung der EU-Institutionen nicht nur im Bereich der „Finanzunion“ im Fokus.

Lehrstuhlinhaber: Prof. Hans J. Lietzmann